Schwarzweiss

Ralph Gibson in Camera Work

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Dank des speziellen Geschäftsmodells, wirklich teure Werke der Fotografiegeschichte zu verkaufen, kann sich Camera Work dankenswerterweise erlauben, keinen Eintritt für seine hervorragenden Ausstellungen zu verlangen. Großartig auch diesmal wieder: Ralph Gibson mit einem großen Überblick über sein so charakteristisches Schaffen – mit starken Schwarzweiß-Kontrasten, kräftigen Schwarztönen, exzellenten Bildschnitten und -ausschnitten. Eine hohe Schule des Sehens und der eigenen ganz persönlichen Vision.

Angesichts der heutigen digitalen Möglichkeiten frage ich mich: wie würde er heute arbeiten? Es gibt einige neuere Bilder, die sich sehr dem Stil der alten Werke annähern, aber es sollte (ihm) nicht genügen, sich selbst zu kopieren. Alternativ dazu erscheint mir nur ein ziemlich radikaler Bruch vorstellbar, denn die heute mögliche Tonwertdifferenzierung im digitalen Medium passt so gar nicht zur bewußt “abgesoffenen” Schwärzen und der grafischen Reduktion seiner klassischen Fotografien.

Eine kritische Anmerkung noch zur Archivierung seiner Bilder: wie allgemein üblich (war), wurden die Bilder mit der Oberkante an die Rückseite des Passepartouts geklebt und dann gerahmt. Leider hat dieses Klebeband bei einigen Bildern die unangenehme Eigenschaften, den Bildton Richtung Blau zu verschieben, sodass das Klebeband sich auf der Vorderseite störend abzeichnet. Wenn solche Bilder zu nicht sehr moderaten Preisen zum Verkauf angeboten werden, finde ich das durchaus bedenklich.