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Bilderwahn: Zur Theorie der Fotografie

Ausschnitt aus meinem Essai in meinem Buch “Bilderwahn: Andrea”, edition photophil

Bilderwahn: Die Lust am Bild, die Sucht nach dem Bild, das in manchen Phasen fast wahnhafte Begehren, Bilder zu produzieren, zu gestalten, anzusehen… Dieses Phänomen will ich mit meinen Überlegungen nicht sowohl theoretisch analysieren, als vielmehr sein Feld markieren. Innerhalb der aufzuweisenden Landmarken warten noch viele Texte und Bildwerke auf eingehende Interpretation.

Das fehlte noch, dass Aktfotografie sich zufällig ereignete, spontan oder ‘ungestellt’ – womit in der Regel gemeint ist, dass in einem beliebigen Moment unter jeweils gegebenen Bedingungen ein Bildausschnitt aus einer vorgefundenen Realität festgehalten wird. Anzunehmen, dass Fotografie, auch wenn es nicht um so kritische Motive wie den menschlichen Akt geht, dies überhaupt je leisten würde, bedarf zumal eines naiven Glaubens an Wunder und Magie, wie ihn die Richtung der ‘ontologischen’ Fotografieinterpretation seit Bazin, Benjamin und Kracauer bis hin zu Sontag und dem Barthes der “hellen Kammer” praktiziert.

Allen anderen ist mit z. B. Cassirer, aber auch Flusser, klar, dass die zur Veranstaltung von Fotografie notwendige Leistung eines intentionalen Akts der Auffassung des fotografischen Bildes als symbolischer Form bzw. der vorgängigen Entwicklung eines Apparateprogramms zu seiner Produktion nichts mit einem so unzureichenden und in sich so widersprüchlichen Konzept wie der Wiederspiegelung oder des Abdrucks von “Realität” im “Bild” zu tun hat, selbst wenn es sich um eine scheinbar rein ‘mechanische’ Reproduktion handelt: Die Intentionalität sitzt dann außer in der Auswahl des zu Reproduzierenden in der Existenz des Apparats selbst.

Soweit dieses  Stück Fototheorie. Wer weiterlesen mag: das Buch gibt es z. B. neu hier.

Die digitale Fotografie hat die Bedeutung der Interpretation in der Bildherstellung noch einmal mehr bestätigt – bereits die “De-Bayerisierung”, also die Interpretation der vorhandenen Farben aus den mit unterschiedlichen Filtern belichteten Pixeln ist ein das Bild erst erzeugender Interpretationsakt. Und das ist erst der Anfang.

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