Von der analogen zur digitalen Fotografie
Dieser Übergang war für mich langwierig und schwierig und ist auch noch nicht abgeschlossen: da hat man sich mühsam alle Kenntnisse und Fähigkeiten angeeignet, korrekt mit Kameras, Filmen, Chemie und Fotopapieren umzugehen, und verdient damit auch richtig Geld, und dann kommt die Digitalisierung und macht alles Schritt für Schritt überflüssig und unzeitgemäß. Natürlich mußte ich als Profi diese neue Technik beizeiten übernehmen, aber die alten Materialien blieben lange eigenes “Fleisch”, von dem zu sich zu trennen eben schwer fällt. Erst im letzten Jahr habe ich alle analogen Kameras und das entsprechende Zubehör verkauft.
Und ich muß zugeben: digitale Fotografie ist einfach großartig! Mit ihren enormen Möglichkeiten übertrifft sie analoge Standards bei weitem. Allerdings gilt es kontinuierlich, den ‘digitalen workflow’ zu optimieren und zu perfektionieren. Wie die Bilder organisieren, bearbeiten, in welchem Format speichern, wie ausgeben? Aktuell arbeite ich mit Capture One Pro 6 von Phase One, einem Hersteller digitaler Mittelformatkameras und -rückteile. Auf diese Software bin ich gestoßen, als ich die neue Phase One Kamera und das P65+-Rückteil getestet habe – mit begeisternden Resultaten!
Schlüsselbegriff in dem von Phase One vorgeschlagenen digitalen Workflow ist die Konsistenz des Arbeitsprozesses: es wird keine mehr oder weniger zufällige Bearbeitung einzelner Fotografien auf dem trial-and-error-Weg z. B. in Photoshop durchgeführt, sondern wir erzeugen einheitliche Bearbeitungen für ganze Bildgruppen, wobei jedes einzelne Bild immer noch eine individuelle Abstimmung erfährt. Dieser Vorgang ist vergleichbar mit der gezielten Entwicklung des Films im Labor. Erst durch Zuweisung entsprecheder Profile läßt sich aus den Bildern das herausholen, was wirkich vorhanden ist.
Hinzu kommt: in jedem Verwendungszweck – als Print, im Internet, als Drucksache oder auf dem Monitor – sieht das Bild gleich aus. Dies wird erreicht dadurch, dass die gesamte Bearbeitung des Fotos unter Beibehaltung des aufnahmespezifischen Farbprofils (des in die Kamera eingebetteten Farbprofils) erfolgt und erst am Ende je nach Verwendungszweck die Konvertierung in das dann erforderliche Profil durchgeführt wird.



