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Film

Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt – der Film

Und wieder ein höchst unterhaltsamer Film – diesmal eine kongeniale Verfilmung der Independant-Comic-Reihe um den Bassisten Scott Pilgrim von Bryan Lee O’Malley: sehr zeitgemäße comichafte Umsetzung in sympathischer Perspektive auf die Figuren mit hohem Tempo, und dabei sehr unterhaltsam. Details gibts im Netz zuhauf, ich verweise hier nur auf den sehr treffenden Artikel imSpiegel. Unbedingt sehens- und auch hörenswert – so einen verzerrten dirty sound gab’s lange nicht zu hören.

The American

Ein Film von Anton Corbijn, Musik Herbert Grönemeyer, Hauptdarsteller: George Clooney und eine bezaubernde kleine Stadt in den Abruzzen.

Corbijn kenne ich vorzugsweise als “Kollegen”, als Fotografen, der berühmt geworden ist mit großartigen Schwarzweiß-Fotografien von Musikern. In seiner langen Freundschaft mit Herbert Grönemeyer hat er auch den einen oder anderen Videoclip für ihn gedreht – wie auch für andere Musikgruppen -, und Grönemeyer revanchiert sich hier offenbar mit seiner Musik zum Film.

Als Fotograf genügt es mir fast, wenn ein Film “fotografisch” gefilmt ist wie dieser, mit großartigen Ansichten, imposanten Landschafts- und Architekturaufnahmen, präzisen Bildausschnitten, überzeugender Ausleuchtung und konsistenter Farbdarstellung. Wenn dann noch eine halbwegs interessante Geschichte hinzukommt, ist der Abend gerettet. – Nur leider ist die Geschichte nach einer Einfühlungsphase von einer Viertelstunde allzu durchschaubar und nach alten Strickmustern gearbeitet, der Ablauf und das Ende sind allzu vorhersehbar. Und auch die freizügen Erotikszenen wirken allzu gewollt und aufgesetzt, die sind wie der Besuch bei Prostituierten, ohne dass sich etwas entwickelt (auch wenn sich später etwas entwickelt, aber auch das wirkt nicht überzeugend).  Bleibt nur: ein handwerklich gut gemachter Fotografenfilm mit wunderbaren Bildern, aber einer allzu beliebigen Handlung und einem fragwürdigen Verhältnis zu Frauen als eingestreuten Schmuckstücken.


Kokowääh

Man mag über den Film von Til Schweiger denken was man will -

z. B., dass die Geschichte völlig irreal ist; dass es völlig unglaubhaft ist, dass ein kleines Mädchen so einfach einem ihm wildfremdem Mann überlassen wird; dass eine einzelne Frau mit Dienstmädchen eine so große Hütte allein bewohnt; dass das Leben nur aus ausgewählt schönen Berliner Locations besteht und diese auch so gefilmt werden, wie der ganze Film sehr “geschönt” gefilmt ist; usw… -

jedenfalls aber gibt es im Scrabble-Spiel nur ein einziges “Ä”, sodass das Mädchen das Wort “KOKOWÄÄH” so nie hätte legen können. Auf diese Weise führt der Regisseur uns hinters Licht: Was nicht passt, wird eben passend gemacht, und wenn’s durch ein doppeltes Spiel geschieht. Redlich ist anders.