Porträts

Geburtstagsfotos

Geburtstagsfotos – was muss ich beachten?

Der Geburtstag ist der eine besondere Tag im Jahr, an dem es nur um das Geburtstagskind geht. Diejenigen, die keine Feier-Muffel sind, wollen den Tag gebührend mit Freunden und Verwandten feiern. Wenn sich z.B. ein runder Geburtstag ankündigt, dann wahrscheinlich auch in großer Runde. Die Aufgabe des Fotografen ist es hier, diesen Tag in all seinen Facetten festzuhalten, um dem Geburtstagskind und vielleicht auch den Gästen eine schöne Erinnerung zu geben. Meist wird hierfür nicht unbedingt ein professioneller Fotograf engagiert, sondern ein Hobby-Fotograf aus der Familie oder dem Freundeskreis. Doch egal ob Hobby oder professionell: Wer Fotos bei der Geburtstagsfeier schießen möchte, der sollte auf einige kleine Dinge achten.

Der Geburtstag beginnt mit der Einladung

Heutzutage werden Geburtstagseinladungen häufig online bestellt auf Seiten wie KartenParadies.de. Hier kann man sein eigenes Design wählen und auch ein Foto vom Geburtstagskind einfügen. Als Fotograf könnte man schon hier seine Dienste anbieten, das Foto für die Einladungskarte schließen und vielleicht auch ein bisschen bearbeiten. Mit ganz viel Elan könnte man auch die komplette Einladungskarte designen, denn wer ein Auge fürs Fotografieren hat, hat mit Sicherheit auch eins für Design.

Wichtige Momente festhalten

Drei Schwestern
Die Schwester hat Geburtstag!

Bei einer großen Geburtstagsfeier gibt es meist einen Ablauf. Der muss nicht unbedingt ausgeschrieben sein, aber ist sicherlich in die Planung mit eingeflossen. Als Fotograf sollte man sich diesen Ablauf unbedingt besorgen, damit man Bescheid weiß, wann die „wichtigen Momente“ sind. Das sind z.B. die Begrüßung der Gäste, verschiedene Reden, der erste Tanz, usw. Kurz: Alles, was zu den „Highlights“ des Abends gehört. Teil der Vorbereitung sollte ebenfalls sein, sich über die Location zu informieren und darüber, ob an verschiedenen Punkten die Location gewechselt wird. So kann man sich schon im Voraus auf die Lichtverhältnisse einstellen und passende Objektive mitnehmen.

Viele Feiernde freuen sich nicht nur über Fotos der wichtigsten Momente, sondern auch über Bilder der wichtigen Objekte. Dazu gehören z.B. die Tischdeko, das Buffet, Fotos von der Location und den Geschenken. So erhält der Gastgeber nochmal eine schöne Erinnerung an die Rahmen-Bedingungen.

Gestellt oder spontan?

Wenn man Fotos auf der Geburtstagsfeier macht, dann fragt man sich als Fotograf vielleicht, wie die Gäste zu fotografieren sind? Sollte man lieber auf Gruppenfotos zurückgreifen und Bescheid sagen, wenn man ein Foto machen möchte, oder sollte man sich möglichst im Hintergrund halten und die Feier im „natürlichen Zustand“ fotografieren? Die Antwort auf diese Frage: Die Mischung macht’s! Ein Gruppenbild mit der ganzen Gesellschaft sollte auf jeden Fall drin sein, aber danach kann man sich von seinem Gefühl leiten lassen. Wer für das Foto lächeln möchte, der sollte auch die Chance dazu kriegen, wer das nicht möchte, der findet sich selbst vielleicht eher auf einem spontanen Foto wieder. Auf jeden Fall sollten die Wünsche der Gäste respektiert werden.

Kate Moss – Carrara – Hollywood – Vivian Maier

Dieser Monat (Februar 2015) bot in Berlin einige interessante Fotoausstellungen:

1. Kate Moss: The Icon in der kleinen feinen Galerie Hiltawsky in der Tucholksystraße. Die Ausstellung ist leider schon beendet. Gezeigt wurde eine Sammlung wohl meist aus analoger Zeit stammender und auch analog geprinteter früher Bilder mit diesem fantastischen zeitlosen Model, meist Schwarzweiss und von unterschiedlichsten Fotografinnen und Fotografen. Kate Moss – eine wahre Ikone der letzten Jahrzehnte, und offenbar ein Leben, fotografiert zu werden.

2. Vivian Maier. Street Photographer. Mit dieser Ausstellung, organisiert vom Freundeskreis des Willy-Brandt-Hauses e. V. und auch dort gezeigt, hat der Hype um diese fotografische posthume Neuentdeckung auch Berlin erreicht. Wie skeptisch man auch immer sein mag angesichts der „Verwertung“ des Nachlasses dieser uns noch so unbekannten Frau: ihr hier präsentiertes Werk, vornehmlich Straßenfotografie, aber auch einige ihrer Super-8-Filme, überzeugt in jeder Hinsicht. Die Prints (nach Auskunft des Freundeskreises analoge Barytprints) sind von hervorragender technischer Qualität und präsentieren ihren fotografischen Blick auf bestem Niveau. Und dieser Blick ist faszinierend: so stellt man sich Street Photography vor, und so hat sie sie umgesetzt: präsent, nah dran, mit absolut sicherem Gefühl für Komposition und den „richtigen“ Moment, eindringlich und ausdauernd über Jahrzehnte hinweg. Eine sehr sehenswerte Ausstellung! Allerdings hätte ich mir gewünscht, auch einige Original-Prints von ihr selbst zu sehen, sie hatte sich ja wohl in ihrem Badezimmer zeitweilig eine Dunkelkammer eingerichtet. So bleibt ein ganz direkter Zugang zu ihrer ganz persönlichen Arbeit am Bild angesichts der eher gewinnorientierten Bildauswahl durch die ihr Werk verwertende Agentur Dichroma-Photography leider versperrt: Vivian Maier wird zu einer Kunstfigur stilisiert, die sie vielleicht nie war und vor allem vielleicht nie sein wollte.

3. Jörn Vanhöfen – Loop Diese Ausstellung war eine wirkliche Überraschung für mich: Grandiose große und beeindruckende Landschaftsfotografien aus der Konfliktzone menschlicher Hybris und der letztlichen Überlegenheit des Planeten zeigen die zu erwartende oder bereits stattfindende Rückkehr der menschlichen Artefakte zu bloßer Natur. „Nicht nur der Mensch, auch das Menschengemachte zerfällt wieder zu Staub“, heisst es im Beiblatt. Abgesehen von dieser „message“ bieten die großformatigen und äußerst detailgenauen Aufnahmen eine wahre Augenweide, um kleinste Einzelheiten in der Landschaft oder auch die große Übersicht zu betrachten.

4. Martin Schoeller · »Portraits« Von dieser noch bis Ende Februar zu sehenden Präsentation war ich einigermaßen enttäuscht: gehängt sind vorwiegend schrill-bunte ultrascharfe glamouröse Bilder von Hollywood-Angestellten (Film- und sonstige Stars ohne Ende), mit Gewalt auf Krawall gebürstet – irgendwie möglichst schräg inszeniert (Céline Dion balanciert auf einem überdimensionalen „David“ in Las Vegas, diversen Männern wird auf dilettantische Weise irgendein Makeup ins Gesicht geschmiert), um eines kurzatmigen spektakulären Effekts willen. Daneben leider nur wenige einfühlsame ruhigere Aufnahmen, meist in Schwarzweiss. Für die Hollywood People mag so eine Art der „Porträtfotografie“ angemessen sein, denn ihr Beruf ist ja die Show – aber besonders tiefsinnig ist diese Effekthascherei nicht, und wenn Schoeller in dieser Manier weitermachen will, wird er sich noch absurdere und abwegigere Inszenierungen einfallen lassen müssen.

 

Gisele Freund Porträts

Die Berliner Akademie der Künste präsentiert 2014 eine umfangreiche Ausstellung der fotografischen Arbeiten von Gisele Freund, speziell ihrer Porträts. Freund ist eine fotografische Berühmtheit, sie produzierte einen beachtlichen Fundus sogenannter ikonografischer Porträts literarischer und/oder philosophischer und/oder politischer anderer Berühmtheiten der dreißiger und vierziger Jahre. Die aktuelle Ausstellung nun zeigt viele dieser (oft Farb-)Fotografien, erweitert um ‚Hintergrundmaterial‘, Kontaktbögen mit Auswahlmarken, Zeitschriftenpublikationen, Schriftverkehr…
Und es bestätigt sich – für mich – erneut, dass die Fotografin offenbar nur über rudimentäre fotografische Kenntnisse und Fähigkeiten verfügte und ihre Bildgestaltung erst durch radikalen Beschnitt ihrer eher wie zufällig wirkenden Aufnahmen zustande kam. Sichtbar wird aber der mühsame Prozess, aus unzureichendem Aufnahmematerial doch noch ein zwei brauchbare, funktionierende Bilder zu destillieren. Continue reading