Lindbergh-Ausstellung

Zur Mapplethorpe-Ausstellung bei c/o Berlin 2011

Nach der für mich eher enttäuschenden Lindbergh-Ausstellung im ehemaligen Postfuhramt in der Oranienburger Straße bin ich von der Präsentation der Arbeiten von Robert Mapplethorpe uneingeschränkt begeistert: zunächst einmal hängen hier offenkundig Originale und keine Digitaldrucke. Wir sehen also die von Mapplethorpe oder in seinem Auftrag geprinteten Original-Barytbilder, finden direkten Zugang zu seinen ureigensten fotografischen, künstlerischen Intentionen und Visionen. Und die sind – bei aller bekannten Drastik einiger gezeigter Motive – äußerst subtil und differenziert. Nichts wirkt plakativ, ge- oder erzwungen (na gut, ein zwei Kinderporträts sehen aus wie kitschige Auftragsarbeiten für reiche Eltern), alles legt sich in feinsten Tonwerten und klarster Formensprache auseinander. Und insbesondere die Klarheit im Bildaufbau ist immer wieder faszinierend und ästhetisch befriedigend. Continue reading

„On Street“ – Ausstellung Peter Lindbergh und „Photographs“ von Fred Herzog

Wird Peter Lindbergh überschätzt? Oder ist er der herausragende Fotokünstler der Gegenwart?

Seine Ausstellung bei c/o Berlin hat mich nicht überzeugt – unendlich große Inkjet-Prints (also digital aufbereitet, egalisiert und dann gedruckt) auf einem „Baryt“-Papier, voller grauer körniger Soße, jedoch mit wenig Inhalt, laden kaum ein, sie genauer anzuschauen. Und gar das Thema „On Street“ in einer großen Ausstellungshalle 25 Mal zu variieren, indem immer irgendein Model in irgendeinem modischen Aufzug durch die Straßen von New York geht oder rennt oder darin neben anderen Passanten herumsteht, ist sowas von langweilig! Zum Glück hat sich Klaus Honnef der Ausstellung erbarmt und neben weniger bekannten Aufnahmen einige der „Bildikonen“ Lindberghs, denn diese gibt es ja wirklich, als zusätzlichen Beitrag angefordert, die (nochmals) zu sehen, Freude machen: bewegende intensive Porträts und fast grafische Inszenierungen seiner Models. Continue reading