Kunst

Der Tod und die Fotografie

Grabstatue
Grabstatue

Gedankengänge zum Thema Tod werden im Alltag normalerweise immer beiseite geschoben, nicht nur, weil es sich dabei scheinbar um ein Tabuthema handelt, sondern auch, weil es persönlich ein sehr sensibles Thema ist. Stirbt ein geliebter Mensch, wissen wir gar nicht mehr, wo uns der Kopf steht. Es gibt Fotografen, die Projekte in diesem Bereich visualisieren. Ob das Visualisieren den eigenen Geschmack, den eigenen Nerv trifft, muss jeder selbst einschätzen. Dies beginnt schon bei Trauerkarten, die auch mit einem Bild versehen werden können. Mehr zu Trauerkarten finden Sie online.

Tod und Kunst
Der Tod ist an und für sich ein schwieriges Themengebiet. Ihn fotografisch zu dokumentieren oder symbolisch darzustellen, ist eine intime Angelegenheit. Wenn wir an Werbung denken, trifft man den Tod zwar häufiger an als angenommen. In diesem Fall wird aber meistens auf einen humoristischen Effekt abgezielt. Kommt es zu einem Trauerfall, kann eine fotografische Aufnahme für Hinterbliebene ein wichtiges abschließendes Geschenk sein, welches auch bei der Trauerarbeit helfen kann. Die Gründe für solche Aufnahmen sind vielschichtig und vor allem emotionaler Natur.

Schaut man zurück auf die Weltgeschichte, so ist das Zeichnen oder Modellieren des Todes etwas, was sich durch alle Kulturen zieht. Hans Baldung Grien war ein deutscher Maler, der zu den herausragenden Künstlern der Renaissance gehörte. Zu seinen bekannten Werken zählt „Der Tod und das Mädchen“: hier wird grausiges Erschauern und Erotik verbunden. Ab dem 18 Jahrhundert wurde in der Malerei nicht mehr der Sterbende allein und damit der Prozess des Sterbens dargestellt, sondern vielmehr seine trauernden Angehörigen.

Die zeitgenössische Kunst setzt sich viel radikaler mit dem Thema auseinander. Werke polarisieren in der Moderne und sind viel greifbarer, plastischer. In dem Kontext muss ich an Gunther von Hagens denken, eigentlich ein Mediziner und der Erfinder der Plastination. Dies ist ein Verfahren, bei dem der Körper plastiniert und dauerhaft konserviert wird, d.h. die Zellflüssigkeit wird durch einen reaktiven Kunststoff ersetzt. Seine Ausstellung „Körperwelten“ zeigt derart plastinierte Körper. Die Art seiner Präsentation unter Einbeziehung von ästhetischen und künstlerischen Aspekten wird häufig aus religiösen, ethischen und ästhetischen Gründen kontrovers diskutiert.

Fazit
Die Darstellungen des Todes in der Kunst haben sich über die Jahrhunderte hinweg stets gewandelt, doch die Faszination ist immer dieselbe geblieben. Aus ihr wird neue Inspiration wachsen, egal ob über diese emotional diskutiert wird oder nicht. Der ewige Schlaf bleibt für jeden von uns etwas Subjektives.

Berlin Street Art

Berlin ist ja bekanntlich ein sehr kreatives Pflaster, und in dieser Stadt wird buchstäblich aus jedem Scheiss Kunst gemacht. Hier der Beweis:

Shit Or Gold My Country
Shit Or Gold My Country

Wie soll ich das Bild nun nennen? “Kack the US” (als Antwort auf den Ausspruch von Victoria Nuland “Fuck the EU”)? Oder “Shit Spangled Banner”?

Viel Spass beim Weiterfantasieren!

Der antifotografische Impetus der modernen Kunst


In der kalten Jahreszeit verlagere ich meine Fotoausflüge, also meine fotografischen Beutezüge, gern in Museen, dort ist es es warm, und sie versprechen reichlich Material, das ich in Form von Bildern mitnehmen kann. Dies funktioniert sehr gut in Häusern wie der Alten Nationalgalerie, dem Neuen Museum, dem Bode-Museum oder dem Alten Museum in Berlin, die alle Kunstwerke im klassischen Sinn beherbergen, d. h. durchaus den Anspruch erheben, “etwas” zeigen zu wollen. Hier einige meiner Lieblings-Objekte (Achtung: ich nehme mir die Freiheit, die Bilder so zu bearbeiten, wie sie mir gefallen. Die Wiedergabe ist alles andere als authentisch, es handelt sich nicht um Reproduktionen des Ist-Zustands, sondern um meine Interpretation der Bilder und Skulpturen.) Continue reading

Ganz Berlin ist voller Zeichen

Die Stadt wimmelt von Lebenszeichen, politischen Zeichen, Kunst-Zeichen – in Berlin leben offenbar sehr viele Menschen, die sich selbst in ihrer Umgebung ausdrücken wollen und dies massiv tun. Gemeint sind damit nicht die zahlreichen standardisierten Werbebotschaften von Firmen, sondern über die Oberfläche der Stadt breitet sich eine ganze Schicht von mal mehr, mal weniger geheimnisvollen Botschaften ihrer Bewohner aus wie auf der Haut vieler Menschen eine Tätowierung nach der anderen. Die Zeiten, in denen die Stadtbewohner ihre Umgebung einfach hingenommen haben, sind offenbar vorbei – der Gestaltungswille bricht sich Bahn. Diesen selbstexpressiven Zeichen und Botschaften spüre ich gern fotografisch nach: