Kate Moss – Carrara – Hollywood – Vivian Maier

Dieser Monat (Februar 2015) bot in Berlin einige interessante Fotoausstellungen:

1. Kate Moss: The Icon in der kleinen feinen Galerie Hiltawsky in der Tucholksystraße. Die Ausstellung ist leider schon beendet. Gezeigt wurde eine Sammlung wohl meist aus analoger Zeit stammender und auch analog geprinteter früher Bilder mit diesem fantastischen zeitlosen Model, meist Schwarzweiss und von unterschiedlichsten Fotografinnen und Fotografen. Kate Moss – eine wahre Ikone der letzten Jahrzehnte, und offenbar ein Leben, fotografiert zu werden.

2. Vivian Maier. Street Photographer. Mit dieser Ausstellung, organisiert vom Freundeskreis des Willy-Brandt-Hauses e. V. und auch dort gezeigt, hat der Hype um diese fotografische posthume Neuentdeckung auch Berlin erreicht. Wie skeptisch man auch immer sein mag angesichts der „Verwertung“ des Nachlasses dieser uns noch so unbekannten Frau: ihr hier präsentiertes Werk, vornehmlich Straßenfotografie, aber auch einige ihrer Super-8-Filme, überzeugt in jeder Hinsicht. Die Prints (wohl vom Negativ digitalisiert und gedruckt) sind von hervorragender technischer Qualität und präsentieren ihren fotografischen Blick auf bestem Niveau. Und dieser Blick ist faszinierend: so stellt man sich Street Photography vor, und so hat sie sie umgesetzt: präsent, nah dran, mit absolut sicherem Gefühl für Komposition und den „richtigen“ Moment, eindringlich und ausdauernd über Jahrzehnte hinweg. Eine sehr sehenswerte Ausstellung! Allerdings hätte ich mir gewünscht, auch einige Original-Prints von ihr selbst zu sehen, sie hatte sich ja wohl in ihrem Badezimmer zeitweilig eine Dunkelkammer eingerichtet. So bleibt ein direkter Zugang zu ihrer ganz persönlichen Arbeit am Bild durch die Digitalisierung leider versperrt.

3. Jörn Vanhöfen – Loop Diese Ausstellung war eine wirkliche Überraschung für mich: Grandiose große und beeindruckende Landschaftsfotografien aus der Konfliktzone menschlicher Hybris und der letztlichen Überlegenheit des Planeten zeigen die zu erwartende oder bereits stattfindende Rückkehr der menschlichen Artefakte zu bloßer Natur. „Nicht nur der Mensch, auch das Menschengemachte zerfällt wieder zu Staub“, heisst es Beiblatt. Abgesehen von dieser „message“ bieten die großformatigen und äußerst detailgenauen Aufnahmen eine wahre Augenweide, um kleinste Einzelheiten in der Landschaft oder auch die große Übersicht zu betrachten.

4. Martin Schoeller · »Portraits« Von dieser noch bis Ende Februar zu sehenden Präsentation war ich einigermaßen enttäuscht: gehängt sind vorwiegend schrill-bunte ultrascharfe glamouröse Bilder von Hollywood-Angestellten (Film- und sonstige Stars ohne Ende), mit Gewalt auf Krawall gebürstet – irgendwie möglichst schräg inszeniert (Céline Dion balanciert auf einem überdimensionalen „David“ in Las Vegas, diversen Männern wird auf dilettantische Weise irgendein Makeup ins Gesicht geschmiert), um eines kurzatmigen spektakulären Effekts willen. Daneben leider nur wenige einfühlsame ruhigere Aufnahmen, meist in Schwarzweiss. Für die Hollywood People mag so eine Art der „Porträtfotografie“ angemessen sein, denn ihr Beruf ist ja die Show – aber besonders tiefsinnig ist diese Effekthascherei nicht, und wenn Schoeller in dieser Manier weitermachen will, wird er sich noch absurdere und abwegigere Inszenierungen einfallen lassen müssen.

 

Berlin Street Art

Berlin ist ja bekanntlich ein sehr kreatives Pflaster, und in dieser Stadt wird buchstäblich aus jedem Scheiss Kunst gemacht. Hier der Beweis:

Shit Or Gold My Country

Shit Or Gold My Country

Wie soll ich das Bild nun nennen? “Kack the US” (als Antwort auf den Ausspruch von Victoria Nuland “Fuck the EU”)? Oder “Shit Spangled Banner”?

Viel Spass beim Weiterfantasieren!

Der antifotografische Impetus der modernen Kunst


In der kalten Jahreszeit verlagere ich meine Fotoausflüge, also meine fotografischen Beutezüge, gern in Museen, dort ist es es warm, und sie versprechen reichlich Material, das ich in Form von Bildern mitnehmen kann. Dies funktioniert sehr gut in Häusern wie der Alten Nationalgalerie, dem Neuen Museum, dem Bode-Museum oder dem Alten Museum in Berlin, die alle Kunstwerke im klassischen Sinn beherbergen, d. h. durchaus den Anspruch erheben, “etwas” zeigen zu wollen. Hier einige meiner Lieblings-Objekte (Achtung: ich nehme mir die Freiheit, die Bilder so zu bearbeiten, wie sie mir gefallen. Die Wiedergabe ist alles andere als authentisch, es handelt sich nicht um Reproduktionen des Ist-Zustands, sondern um meine Interpretation der Bilder und Skulpturen.) Weiterlesen

E-Book The Widow

Friedhöfe sind nun einmal meine Lieblings-Locations, und so zog es mich mit Michaela, einem sympathischen jungen italienischen Model, wieder mal auf einen solchen, um sie als erotische “Witwe” zu inszenieren. Die Bilder gibt es in meinem Ebook The Widow bei Amazon, hier einige Beispiele:

 

Ebook Grundlagen der Fotografie mit der digitalen Spiegelreflexkamera

Grundlagen der Fotografie mit der digitalen Spiegelreflexkamera - Horst Werner

Grundlagen der Fotografie mit der digitalen Spiegelreflexkamera – Horst Werner

 

 

Dieses Ebook beschreibt den von mir auch in meinen Fotokursen empfohlenen Einstieg in die digitale Fotografie mit der modernen digitalen Spiegelreflexkamera. Hier die Gliederung und das erste Kapitel: Weiterlesen

Bonkers von Bettina Rheims bei Camera Work

Neulich besuchte ich die Ausstellung “Bonkers” von Bettina Rheims in der Camera Work-Galerie in der Kantstrasse in Berlin.

Im Prinzip schätze ich ja die Arbeit von Camera Work, da diese Galerie ebenso wie ihr Ableger “Contemporary Camera Work” in der Auguststrasse immer wieder sehr schöne und interessante Ausstellungen von hochwertigen Fotografien bei freiem Eintritt der Öffentlichkeit zugänglich macht. Allerdings scheint es mir, als ob deren Eigentümer in einer Art Parallelwelt leben, über die ich mich nur wundern, im Fall von Bettina Rheims sogar ärgern muss: für dort gezeigte großformatige Fotografien werden fast durchweg fünf- bis sechsstellige Kaufpreise aufgerufen, die ich mir nicht mehr mit rechten Dingen erklären kann. Weiterlesen

Skateboarding Tempelhofer Freiheit

Je mehr digitale Fotos ich mache, desto bedauerlicher finde ich, dass die Bilder allzu sehr im virtuellen, immateriellen Raum des Computers/Tablets/Smartphones bleiben. Ich stelle sie daher nach und nach zunächst bei Dawanda zum Verkauf ein: von mir selbst mit haltbaren Pigmenttinten auf bestem mattem Canson Photorag 310 gedruckt! Damit man Bilder wieder einmal in die Hand nehmen kann.